© Hannah Hofmann
Donalds Donald © Hannah Hofmann
© Hannah Hofmann

Donalds Donald

Radiofeature

Das Heizungsrohr von Frau X im zehnten Stock dient dem Nachbarn im neunten als „Folterinstrument“. Als sie die Lärmbelästigung nach einer Woche nicht mehr ertragen kann, ruft sie vom Balkon: „Du dreckiges Arschloch, Du arbeitslose Sau.“ Beim vierten Mal bekommt sie dafür eine Anzeige und versteht die Welt nicht mehr.

Donalds Donald beschäftigt sich mit Projektionen und Protektionen. Hierfür haben Hofmann&Lindholm Verdachtsmomenten Raum gegeben und Menschen in Deutschland zur Diffamierung eines unbekannten Gegenübers angeregt. Unter dem Deckmantel der Anonymität werden Machtphantasien im Eigenheim verhandelt - projiziert auf die suspekte Nachbarschaft. In vertraulichen vor-Ort-Gesprächen werden Fremde zur Zielscheibe für komplex-verdrehte Hypothesen und Unterstellungen. Während Besitzstandswahrer_innen erklären, inwiefern die Oberflächenversiegelung einer Badewannenwand dem Selbsterhalt dienen kann führen Hofmann&Lindholm einen Werbefeldzug für Praktiken der Abschottung: Verzeichnet werden Selbstgespräche mit verstellter Stimme und Zwiegespräche mit Haustieren – stumme Zeugen von Hass-Tiraden, Kommandos und Liebesschwüren. Donalds Donald bewegt sich an den Randgebieten privater Kampfzonen und Refugien, und riskiert - hinter geschlossenem - Vorhang einen Blick aus dem Fenster.

Von und mit: Menschen aus Deutschland, denen Anonymität zugesichert wurde
Konzept, Skript, Regie, Ton, Schnitt:
Hannah Hofmann, Sven Lindholm

'Donalds Donald' ist eine Koproduktion von Hofmann&Lindholm mit Deutschlandfunk, dem Westdeutschen Rundfunk und Radio Berlin Brandenburg.

Termine
2018
Ursendung

Deutschlandfunk