© Simon Hallström
Basler Unruhen © Simon Hallström
Basler Unruhen© Simon Hallström
Basler Unruhen© Simon Hallström
Basler Unruhen© Simon Hallström
Basler Unruhen© Simon Hallström
© Simon Hallström

Basler Unruhen

Inszenierung

2010. Hofmann&Lindholm provozieren 'Basler Unruhen' und rufen Schweizer Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich unter ihrer Regie über mehrere Monate hinweg an Demonstrationen, Fackelzügen, Ausschreitungen, Besetzungen von Straßen, öffentlichen Gebäuden und Fernsehsendern zu beteiligen. Aktionen, die in einen Aufstand münden – der allerdings gegen nichts gerichtet ist.

In der hieran anknüpfenden Inszenierung im Theater Basel präsentieren Hofmann&Lindholm die Stadt als Epizentrum der Un/Ruhen, und loten einmal mehr die Grenzen zwischen Realität und Fiktion aus. Der Erzählung im öffentlichen Raum folgt ein emotional kalkulierter Dokumentar-Theaterabend um das Wohl und Wehe einer Stadt.

arttv.ch Kulturfernsehen

Mit: Dietmar Fulde, Damien Furrer, Peter Scheidegger, Ralph Tharayil, Pia Tschupp, Isabelle Vionnet und Franz Vogel.

Konzept, Text, Regie: Hannah Hofmann, Sven Lindholm
Projektleitung:
Eva Böhmer
Bühne/Kostüme: Beate Fassnacht
Dramaturgie: Martin Wigger, Eva Böhmer
Regieassistenz: Petra Barcal, Tumasch Clalüna, Elisabeth Caesar
Kamera, Schnitt: Sven Lindholm, Hannah Hofmann, Klemens Trenkle
Mitarbeit: Elena Brotschi
Souffleuse: Marion Winter
Licht: Roland Heid, Tobias Voegelin
Ton/Video, BÜhne: Beat Frei
Inspizienz: Marco Ercolani

'Basler Unruhen' ist eine Koproduktion von Hofmann&Lindholm mit dem Theater Basel.

Termine
6. Mai – 16. Juni 2010
Theaterinszenierung

Theater Basel (Basel)
1. Februar – 30. März 2010
Intervention

Stadt Basel
Rezensionen
Der Sonntag, 9. Mai 2010
Die inszenierte Rebellion
Das Regieduo Hofmann&Lindholm stellt am Basler Theater die Frage nach dem Realitätsgehalt der Wirklichkeit. (...) Authentizität ist ein Zauberwort des aktuellen Theaters, und mit dem Auftreten des Kollektivs Rimini Protokoll hat das Dokumentarische die Bühnen erobert. Hofmann&Lindholm haben wie diese in Gießen studiert und arbeiten theoretisch reich geschult mit der realen Welt. Doch heben sie die Auseinandersetzung auf die nächste Reflexionsstufe: Bei ihnen steht nicht das wirkliche Leben im Vordergrund, sondern die Frage seiner Inszenierung, auf und neben der Bühne.(...) Man merkt bald: Es geht um Medien. Vielmehr die durchgreifende Medialisierung der Gesellschaft, wo nur noch die Vermittlung als Gradmesser des Realen gilt.
Rene Zipperlein
Basellandschaftliche Zeitung, 8. Mai 2010
Chaos-Theater, wohlgeordnet
Es ist ein verworrenes Theater- und Wirklichkeits-Dekonstruktions-Projekt, das von gesellschaftspolitischen Szenen ausgeht, sie inszeniert, ausstellt, choreografiert, archiviert und dabei restlos zu Theater macht: klug, listig und beherrscht [...]. Der Abend zeigt, wohin sich Theaterästhetik und Realismus-Diskurs entwickeln (können).
Verena Stössinger
Badische Zeitung, 8. Mai 2010
Wohlstandsinsel in Aufruhr
All diese Aktionen stimulieren assoziative Brücken in die reale Geschichte; mal erinnern sie an die Besetzung der Stasi-Zentrale im Berlin der Wendezeit, dann an 1.-Mai-Randale in Berlin oder auch an ‘Themroc‘, Claude Faraldos filmische Feier der Anarchie von 1973.
Michael Baas